Westfälische Nachrichten, 20. Januar 2009

Wohlverdienter Beifall für "Ohrenschmaus und Augenweide"

Nottuln - Ein großes Publikum war am Sonntag im Forum des Gymnasiums zusammengekommen, um das Konzert „Ohrenschmaus und Augenweide“ der Musik-Agentur Nottuln zu genießen. Das bunte Programm begann mit dem Frauenchor Anchora. Lieder von Liebe, Lust und Leidenschaft brachten die Ladies auf die Bühne. Nicht nur mit „Be my Baby“ oder „Ich bin Ich, Wir sind Wir“ und „Ich geh in Flammen auf“ von Rosenstolz sowie einem frechen Lied über tiefergelegte Jeans und sichtbare Tatoos, sondern auch durch die roten Kleider oder choreografische Details versprühte der Chor unter der Leitung von Andreas Warschkow absichtlich eine Prise Erotik.

Ein Aushängeschild der Musikagentur: der Frauenchor Anchora. Unter der Leitung von Andreas Warschkow gestalteten die Sängerinnen einen spannenden Konzertabend. Fotos: Sabine Damhorst
Anchora

Kammermusik in der seltenen Besetzung Trompete und Klavier boten Anja Bareither und Daniel Gerlach. Vorsitzende Sigrid Bürger, die den Abend fröhlich moderierte, kündigte das dreisätzige Werk von Jean Hubeau mit dem Zusatz an: „Das wissen Sie, dass man zwischendurch nicht klatscht?!“

Daniel Gerlach und Anja Bareither
Daniel Gerlach und Anja Bareither

Und dann folgte eine wahre Augenweide. Zwei Gruppen der Ballettschule Arabesque tanzten „Modern Dance“-Choreografien von Sabrina Heinze nach einem Potpourri aus internationalen Hits. Immer wieder neue Figuren mit wechselnden Kostümen begeisterten die Zuschauer. Dafür bekamen die jungen Tänzerinnen rauschenden und wohlverdienten Beifall.

Ballettschule Arabesque
Ballettschule Arabesque

Nach der Pause spielten Isabel Bode und Beatrix Pluta vierhändig Walzer von Johannes Brahms und sofort schien sich nett und gefällig alles im Walzertakt zu drehen.

Isabell Bode und Beatrix PlutaIsa
Isabell Bode und Beatrix Pluta

Als nächstes erklang ein langsames Lied der irischen Sängerin Loreena Mc Kennitt. In langen Kleidern tanzte eine dritte Gruppe der Ballettschule Arabesque elegant zu den Folkloreklängen.

Balletschule Arabesque
Ballettschule Arabesque

Der wohl gewichtigste musikalische Beitrag war ein pianistisches Meisterwerk - gespielt von Alexej Makhotin. War es Humor oder ein Fauxpas, dass Sigrid Bürger ein „einfaches Stück“ ankündigte? Denn nach ein paar langsamen Takten der g-Moll Ballade von Frédéric Chopin braust das Werk zu wilden Tonkaskaden und hastigen Fortissimo-Schlägen auf. Dazwischen singt und strahlt eine hinreißend liebliche Melodie, um in aufeinanderzurasenden Linien und dann gewaltigen Oktaven beider Hände zu enden. Das hochdramatische Werk floss scheinbar mühelos aus Alexej Makhotins Fingern. Einfach toll!

Alexej Makhotin
Sigrid Bürger und Alexej Makhotin

Schließlich der erste öffentliche Auftritt von „Haste Töne“, dem gemischten Chor der Musik-Agentur unter neuer Leitung und in neuer Aufstellung. Chorleiter Klaus Andresen probt erst seit wenigen Monaten mit dem Chor, neue Mitglieder sind erwünscht! Nicht zahllose, denn „Ich brauche keine Millionen“, war die gesungene Botschaft, die dem Publikum sehr gefiel.

HasteToene
HasteTöne unter Leitung von Klaus Andresen - begleitet von Alexej Makhotin am Flügel

Ein gemeinsames Abschiedslied, das in der Art eines Abspannes im Hintergrund schon anlief, während alle Mitwirkenden verabschiedet wurden, beendete den dichten Abend.

VON SABINE DAMHOrst