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Westfälische Nachrichten, 8. Dezember 2008
„Plätzchen kommt von platzen“

Die 6-Zylinder sorgten im Forum für jede Menge Lacher. Göttlich!
(Foto: Sabine Damhorst)
Nottuln - „Wie lange dauert es noch?“, quengelt die Kleine ungeduldig. „Zwei Mal Sandmännchen”, kommt die Antwort. Und dann erscheinen auch bald, von der Musikagentur Nottuln eingeladen, fünf 6-Zylinder auf der Bühne des Forums des Gymnasiums Nottuln. Zuerst zanken sich die Jungs wie eine Horde Wilder, wer denn an diesem Abend den „Schweinachtsmann“ geben darf. Das wird ausgeknobelt – und dann kann das Weihnachtsmusical für Kinder endlich losgehen.
Im Publikum sitzen etliche Erwachsene auch ohne Kinder, der Saal ist an diesem Nachmittag bereits zum zweiten Mal fast ausverkauft. Kult ist das längst, was da zu hören und zu sehen ist. Seit 2002 geben die 6-Zylinder das von Felix Janosa komponierte Musical in der auf sie zugeschnittenen Bühnenfassung überall im Land, sobald sich die Adventszeit angekündigt hat. Nur mit Stimme und Gestik spielen und singen die fünf geschmeidigen Herren die hinreißend komische Geschichte über das Schwein, das einen verunfallten Weihnachtsmann vertritt. Es ist dem Schwein zwar eigentlich zu viel Arbeit, unentwegt Geschenke zu verteilen, aber die Reisen durch die Schornsteine machen so schön schmutzig – und überall in den Häusern gibt es Kekse zu fressen, was das rosa Borstentier dann motiviert, die Aufgabe durchzuhalten.
Aber Vorsicht! „Plätzchen kommt von platzen“ – und das sieht man am prallen Schweinebäuchlein.
Mit ansteckender Freude und gesanglichem Können auf hohem Niveau, mit Humor und Mitmachparolen bringen die 6-Zylinder die Zuschauer jedes Mal wieder auf Trab, so dass die einstündige A-cappella-Singshow wie im Flug vergeht.
Dass die 6-Zylinder schon vor einem Vierteljahrhundert auf der Bühne standen, ist ihnen nicht anzumerken. Sie sind frisch wie immer. Und wenn das Schwein die Weihnachtsmann-Mütze und den echten falschen Bart verpasst bekommt, damit „keine Sau“ merken soll, wer sich unter dem roten Mantel verbirgt, ist es, als wäre ihnen das soeben eingefallen.
VON SABINE DAMHORST |