| Westfälische Nachrichten, 20.12. 2003
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Bürgerbegehren neu gestartet
Ziel: Erhalt der kommunalen Musikschule /
Kostendeckungsvorschläge |
-luw- Nottuln. Zweiter Anlauf: Mit einem veränderten
Finanzierungsvorschlag ist gestern das Bürgerbegehren zum
Erhalt der kommunalen Musikschule Nottuln neu gestartet
worden. Ab sofort liegen an vielen Stellen in der Gemeinde
neue, gelbe Unterschriftenzettel aus, wie Marlen Dams
mitteilte. Die Nottulnerin fungiert zusammen mit Bettina Palm
als offizielle Vertretungsberechtigte des Bürgerbegehrens.
Die Initiatoren des Bürgerbegehrens hoffen, dass sich recht
viele Nottulner und Nottulnerinnen ab 16 Jahre in die
aktuellen gelben Unterschriftenlisten eintragen. Es werden
etwas über 1300 Unterschriften benötigt, damit das Bürgerbegehren
in den Rat kommt.
Bereits kurz nach dem Musikschul-Schließungsbeschluss des
Rates am 11. November begannen die Vorbereitungen für ein Bürgerbegehren
zum Erhalt der kommunalen Musikschule. Der erste Textentwurf
musste allerdings aus Gründen der Rechtssicherheit noch
einmal überarbeitet werden. Konkret ging es dabei um den
Vorschlag der künftigen Musikschulfinanzierung.
Zur Begründung des Bürgerbegehrens heißt es, dass durch den
Schließungsbeschluss über 400 Musikschüler keinen
Musikunterricht mehr erhalten. Die Lehrer müssen entlassen
werden. Die Freizeitgestaltung und Bildungsmöglichkeiten der
Kinder unserer Gemeinde werden erheblich eingeschränkt.
Bestehende Strukturen werden zerschlagen. Das kulturelle Leben
und die Jugendarbeit der Gemeinde Nottuln werden nachhaltig
geschädigt, heißt es weiter.
Zur Finanzierung der kommunalen Musikschule machen die
Initiatoren folgenden Vorschlag: Die Kosten betragen rund
200000 Euro pro Jahr. Der Zuschuss von 175000 Euro ist für
2004 im Gemeindehaushalt für die Musikschule festgeschrieben.
Der Gemeinde stehen pro Jahr 900000 Euro für freiwillige
Aufgaben zur Verfügung. Daraus konnte bisher auch die
Musikschule finanziert werden. Sollte das nicht möglich sein,
kann die Summe aus dem Verkaufserlös des Rhodeparkplatzes
oder aus den Gewinnen des Wasserwerkes bestritten werden.
Weiterhin kommt ein Verkauf des Grundstückes Beisenbusch
(Wert ca. 390000 Euro) in Betracht. Sollten diese Maßnahmen
nicht ausreichen, kann der Gewinn aus dem geplanten Verkauf
der Alten Amtmannei (Wert ca. 346000 Euro) herangezogen oder
die Vergnügungssteuer erhöht werden.
Zunächst einmal bis zum 25. Januar wollen die Initiatoren
Unterschriften für ihr Bürgerbegehren sammeln. Ist die
notwendige Unterschriftenzahl erreicht und entspricht das Bürgerbegehren
auch sonst den gesetzlichen Vorgaben, muss sich der
Gemeinderat damit beschäftigen. Folgt er dem Anliegen des Bürgerbegehrens,
muss er den Schließungsbeschluss aufheben. Folgt er dem Bürgerbegehren
nicht, kommt es zum Bürgerentscheid. Dann stimmen alle
wahlberechtigten Nottulner über den Fortbestand der
Musikschule ab.
Gelbe Unterschriftenzettel für das Bürgerbegehren liegen in
den Kindergärten, in vielen Arztpraxen und Apotheken sowie in
einzelnen Geschäften aus. Darüber hinaus sind Mitglieder des
Organisationsteams in allen Ortsteilen der Gemeinde von Haus
zu Haus unterwegs. Weitere Helfer sind willkommen. Wer sich für
das Bürgerbegehren über die Unterschrift hinaus engagieren möchte,
kann sich an Bettina Palm, 02502/ 3877, oder Marlen Dams,
02502/223474, wenden. |
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Viel versprechende Lösungen in Arbeit
Verein "Musikschule Nottuln"
Nottuln. Der Verein Musikschule Nottuln
traf sich in der vergangenen Woche mit Vereinsmitgliedern und
anderen Interessierten, um konkret über Optionen zu diskutieren,
die nach der Schließung der kommunalen Musikschule in Frage kommen
könnten.
Hierbei. so heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins, stand
der Wunsch vieler Eltern und Schüler nach einer Fortsetzung der
Zusammenarbeit mit den bisher unterrichtenden Lehrern im
Vordergrund. Konkrete Pläne konnten zwar noch nicht entwickelt
werden, aber es wurde deutlich, dass intensiv an viel versprechenden
Lösungen gearbeitet wird. Im Januar wird der Vorstand sich um Gespräche
mit den entsprechenden Lehrern bemühen, damit sich auch von dieser
Seite klare Vorstellungen entwickeln können.
Wichtig sei dem Verein Musikschule Nottuln jedoch auch, so heißt es
weiter, die Politik erneut einzubinden. Wie aus den Presseberichten
der letzten Wochen eindeutig hervorgehe, bestehe auf breiter Ebene
der Wunsch, dass die musikalische Bildung der Kinder und
Jugendlichen in Nottuln weiterhin sichergestellt wird. Zumindest
Teile der Politik hätten beteuert, dass sie bereit sind, dieses
Ziel in Nottuln weiter zu unterstützen. Hierzu erwarte der Verein
von dieser Seite ebenfalls konkrete Vorschläge.
Die in der vergangenen Woche angesprochenen Überlegungen werden nun
in den nächsten Wochen weiter untersucht, und es werden
Informationen zum Beispiel über vergleichbare Einrichtungen auf
privater Basis zusammengetragen. Ende Januar wird es ein erneutes
Treffen des Vereins geben, um die Ergebnisse zusammenzutragen und
gegebenenfalls zu konkreten Vorstellungen zu kommen. Der Termin wird
auch über die Presse rechtzeitig bekannt gegeben.
Interessierte Eltern können sich jederzeit beim Vorstand des
Vereins über den Stand der Dinge informieren. Die Telefonnummern
und E-Mail-Adressen sind über die Internetseite des Vereins in
Erfahrung zu bringen.
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